Ausdruckstanz

Ausdruckstanz

Der Ausdruckstanz entstand in Deutschland als Gegenbewegung zum klassischen Ballett zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Sein Ziel war es, die vielen als abgehoben geltende Ästhetik des klassischen Bühnentanzes abzuschaffen, das Märchenhafte durch realistischere Gefühle zu ersetzen. Den zuschauenden Menschen sollte mehr Tiefgang, mehr Individualismus geboten werden. Die natürliche Bewegung, die auch im Barfußtanzen statt dem Tragen einpferchender Ballettschuhe ihren Ausdruck fand, sollte die starren Regeln des Balletts aufbrechen – wild, leidenschaftlich und echt. Eine künstlerische Verbindung von Körper, Seele und Geist.

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges gab es in allen Künsten einen Ausbruch aus den alten, vorgegebenen Formen. Intensiver, dramatischer, bizarrer, schräger – sowohl in Farben, Tönen und Worten.  Dieser gesellschaftliche Wandel zeigte sich auch im Ausdruckstanz. So wie dieser die frisch erwachten Gefühle und das Umdenken der Deutschen widergeben sollte, symbolisierte der etwa zur selben Zeit auftauchende Modern Dance die Aufbruchsstimmung der US-Amerikaner.  Heute ist hauptsächlich von Modern Dance die Rede, wenn man von zeitgenössischem Tanz spricht. Die Ideen dahinter haben sich längst vermischt.

Veröffentlicht Sonntag, 27.08.2017 um 13:29 Uhr unter Allgemein